Ausgewählte Berichte der Presse:

Mädchen und Biester, aus der Glut geboren (Bayerwald Bote, 2010)
Bronze-Plastiken von Mignon Dobler im Kunstforum Ofenhalle Frauenau.

„Mädchen und Biester“ heißt die neue, sehenswerte Sonderschau im „Kunstforum Ofenhalle“ der Freiherrn von Poschinger, die am Samstagabend vor zahlreichen Besuchern eröffnet wurde. Zu sehen sind fantasiereiche Werke aus Bronze der Plattlinger Künstlerin Mignon Dobler.

„Die Bronze-Objekte von Mignon Dobler passen hervorragend in unser Kunstforum Ofenhalle, denn beide Materialien sind aus der Glut geboren“, sagte Hausherr Benedikt von Poschinger bei der Begrüßung. Dann folgte nicht die sonst übliche Laudatio auf die ausstellende Künstlerin, sondern Mignon Dobler nahm das Heft selbst in die Hand und stimmte die Gäste mit einem selbst verfassten, hu morvollen Märchen auf ihre Ausstellung ein. Der stürmische Applaus zeigte, dass „Die Geschichte vom spröden Glas klumpen und vom unansehnli chen Bronzebarren“ bei den Be suchern ausgezeichnet ankam.

Ein „unansehnlicher Bronzebarren“ war beim anschließen den Rundgang in der Galerie allerdings nicht zu sehen. Vielmehr beeindruckten viele Plastiken von Mignon Dobler durch Witz und leichte Ironie. „Der Witz oder die Ironie liegen oft im Detail“, meinte die Künstlerin und verwies auf ihr Objekt „Seilspringerin“. Auf den ersten Blick springt die zierliche Bronzedame vor dem inneren Auge des Betrachters mit graziöser Leichtigkeit über das Seil. Erst ein genaueres Hinsehen offenbart, dass sich das Seil in ihrem Bein verfangen hat. „Hinter jeder Figur steht eine eigene Geschichte. Es ist meine Geschichte, aber jeder sieht etwas anderes und empfindet auch anders“, erläuterte Mignon Dobler.

Aber nicht alle Werke der Künstlerin vermitteln Heiterkeit. Doblers dreiteiliges Objekt „Federvieh“, „Totes Vögelchen“ und „Schreiend“ erzählt eine Geschichte von Dramatik und Verzweiflung. Der Betrachter fühlt mit den Vogeleltern, die Angst um ihr Kind haben, das aus dem Nest gefallen ist. Von Besuchern ständig dicht umringt war auch das Objekt „Wir sind alle Venusse“, eine Anlehnung an die „Venus von Willendorf“, ausgestellt im Naturhistorischen Museum in Wien. „Dieses Werk war mein Erstlingswerk. Ich habe die Figuren während meines Studiums im Erdofen gegossen“, erklärte die Künstlerin, die bei ihrem Studium für das Lehramt an der Universität in Passau als Hauptfach Kunsterziehung gewählt hatte.

Ihre Arbeiten sind auf dem Weg zur Abstraktion, lehnen sich jedoch immer wieder an reale Formen an. Seit 1996 ist Mignon Dobler neben ihrer Lehrtätigkeit freischaffende Künstlerin. Sie hat mit ihren Objekten aus Bronze schon mehrere Einzelausstellungen bestückt. Die Glasmacher Josef Keilhofer, Siegfried Döringer und Stefan Seifert unterhielten die Besucher der Vernissage mit Vorführungen am Glasofen. Hans Breu umrahmte mit seinem Akkordeon virtuos die Feier.

Die Sonderausstellung kann noch bis 29. August im Kunstforum Ofenhalle der Kristallglasmanufaktur Poschinger besichtigt werden, und zwar Montag bis Freitag von 10.30 bis 18 Uhr und samstags und sonntags von 10.30 bis 15 Uhr.

Marita Haller

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Tragikomische Weltsicht (PNP, 2008)
Plastik und Grafik von Mignon Dobler in der Stadtgalerie Vilshofen

Kleinplastik und Grafik von Mignon Dobler zeigt derzeit die Stadtgalerie Vilshofen im Turm. Mignon Dobler, die gebürtige Plattlingerin ist, studierte bei den Professoren Paul Lankes und Oswald Miedl in Passau und arbeitet seit 2002 als freischaffende Künstlerin. Neben ihrer bildnerischen Tätigkeit hat sie 2001 das Schattentheater „Illumini“ gegründet.

Die Themen, die Dobler an den kleinen Bronzen durchspielt, haben viel mit Bewegung zu tun, mit Gefühlszuständen und wie sie sich in der Körperhaltung ausdrücken, mit Emotionen und Verhaltensweisen. Die werden mit expressiver Geste an den Figuren sichtbar gemacht, die zierlich und dünnwandig, zerklüftet und aufgerissen als verletzliche Hüllen gestaltet sind. Sie schreiten pantomimisch, bäumen sich auf und stellen sich gegen den Wind, Fische treiben sich auf Bäumen herum, der Butt ist angefressen und ein Rind hat sechs Beine. So manche tragikomische Figur hat den Charme des Ritters von der traurigen Gestalt, die Menschen und Tiere sind nicht ohne Witz, es ist eine kritische Weltsicht mit Galgenhumor, die in mancher Figur zum Ausdruck kommt. Drei kleine Figuren hängen wie Schattenrisse an der Wand, Hinweise darauf, womit sich Mignon Dobler noch beschäftigt, das Schattentheater. Bewegtheit und theatralische Geste der Figuren sprechen davon.

Zu den Bronzen gesellen sich Zeichnungen in Mischtechnik auf handgeschöpften Papieren, es geht um die Formulierung psychischer Zustände, um den Reiz der Strukturen, die zum Vermittler von Stimmungen werden.

Bis zum 13. Januar in der Stadtgalerie Vilshofen im Turm, Obere Vorstadt 15, Di - So 14 - 17 Uhr

Ines Kohl

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